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LB: Wo alle gleich denken...  
10. Dezember 2010

 Zeitungsausschnitt

 

Diese Woche wurde im Kantonsrat die interkantonale Vereinbarung mit dem Kanton St. Gallen betreffend Lastenausgleich bei der Finanzierung von Konzert und Theater St. Gallen behandelt. Demnach soll Appenzell-Ausserrhoden anteilsmässig (gemessen an den Besucherzahlen der um- liegenden Kantone) einen Beitrag zur Finanzierung leisten (circa 1,7 Millionen Franken). Der Kantonsrat empfiehlt mit 44 Ja, 13 Nein und 5 Enthaltungen dem Stimmvolk, welches im Februar darüber abstimmen muss, die Vorlage an- zunehmen. Einzig die SVP-Fraktion stimm- te gemäss Appenzeller Zeitung ge- schlossen gegen die Vorlage und betitelte die genannten Kultureinrichtungen abschätzig als «Hochkultur». Damit suggerieren die SVP-Parlamentarier, sie würden die Definition der richtigen Normalniveau-Kultur kennen. Kunst beziehungsweise Kultur zeichnet sich aber gerade dadurch aus, dass sie sich ständig wandelt und bislang Unhinterfragtes kritisch beleuchtet. Die kritische Kunst (wie auch die Wissenschaft oder ein vielfältiger Journalismus) steht im Dienst einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Sie trägt dazu bei, gleichschaltende Tendenzen zu verhindern. Entsprechend dieser Bedeutung ist die Kunstfreiheit als Grundrecht in unserer Bundesverfassung verankert. Um ihr zum Durchbruch zu verhelfen, ist sie auf staatliche Förderungen ohne inhaltliche Vorgaben angewiesen. Wo alle gleich denken, da denken alle nicht besonders viel. Das scheint die SVP nicht zu kümmern. Aus Liebe zum Appenzellerland und zur Schweiz gilt es, sich solchen Tendenzen zur Gleichschaltung unserer Gesellschaft entschieden zu widersetzen. Theater und Konzert St. Gallen verdienen unsere Unterstützung. Patrick (sic!) Louis Präsident JFAR, Stein